Wer regelmäßig mit der Bahn fährt, kennt das Problem: Die Preise sind oft undurchsichtig und man zahlt mehr als nötig. Die DB Navigator App hilft nur begrenzt weiter. Bei einem Kurztrip nach Prag habe ich ein paar Tricks gesammelt. Hier teile ich meine Erfahrungen.
Das Prag-Spezial Ticket
Der einfachste Weg von Regensburg nach Prag ist das Prag-Spezial Ticket der Deutschen Bahn. Für 65 € kommt man damit von Regensburg nach Prag und zurück. Das ist allerdings nicht der günstigste Weg, aber unkompliziert und direkt über die DB Navigator App buchbar. Allerdings gibt es auch hier Tücken, wenn man zum Beispiel von einem anderen Bahnhof als Regensburg losfährt. Wenn man zum Beispiel von Schwandorf startet, wird das Prag-Spezial nicht direkt in der App angezeigt. Man sollte dann einfach die Verbindung Regensburg → Prag suchen, das Prag-Spezial Ticket auswählen und dann trotzdem einfach in Schwandorf einsteigen. Das funktioniert problemlos.
Wer bereit ist, etwas mehr Aufwand zu investieren, kann den Preis aber noch deutlich drücken.
Direkt bei der tschechischen Bahn buchen
Einer der besten Tipps überhaupt: Wer im Voraus direkt bei der tschechischen Bahn (ČD) bucht, zahlt oft nur rund 15 € pro Strecke. Hin und zurück sind das etwa 30 € — weniger als die Hälfte des Prag-Spezial Tickets. Zusätzlich bekommt man noch eine Sitzplatzreservierung inklusive, was nicht im Prag-Spezial enthalten ist. Allerdings gibt es auch einen Nachteil. Mit dem Prag-Spezial ist man flexibler unterwegs, da keine Zugbindung besteht.
Die Buchung läuft über die ČD-Website oder App, und die Tickets sind problemlos digital nutzbar. Es lohnt sich, früh zu buchen, da die Preise meist steigen, je näher der Reisetag rückt.
Der Teilstrecken-Trick
Manchmal wenn man nicht rechtzeitig bucht, ist es günstiger, die Fahrt in einzelne Abschnitte aufzuteilen statt die Gesamtstrecke am Stück zu buchen. Denn während die Gesamtstrecke starken Preisschwankungen unterliegt, bleiben die Teilstrecken oft konstant im Preis und können daher bei Spontanbuchungen, wenn die Gesamtstrecke schon teuer geworden ist, eine günstigere Alternative sein. Zum Beispiel wollte ich von Schwandorf nach Prag, und die direkte Verbindung war recht teuer. Bei der Aufteilung bekam ich günstigere Preise:
- Schwandorf → Domažlice
- Domažlice → Praha
Wichtig: Jede Teilstrecke muss mindestens einen tschechischen Bahnhof enthalten, damit die günstigeren tschechischen Tarife greifen.
Hidden City Ticketing
Diesen Trick kennt man eigentlich aus der Luftfahrt: Man bucht eine längere Strecke, steigt aber schon vorher aus. Bei der Bahn funktioniert das genauso.
Angenommen man will von Schwandorf nach Cham, dann kann ein Ticket von Schwandorf nach Domažlice günstiger sein als eines nur bis Cham, obwohl Cham auf dem Weg liegt. Das funktioniert deswegen, da man durch den tschechischen Zielbahnhof in den Genuss der günstigeren tschechischen Tarife gelangt. Man bucht also die längere Strecke und steigt einfach früher aus. Kein Mehraufwand, aber oft ein paar Euro gespart.
Tool-Tipp für innerdeutsche Strecken: BetterBahn
Obige Tricks entstehen durch den internationalen Kontext. Für innerdeutsche Strecken, bei denen ähnliche Tricks zur Verwendung kommen, gibt es eine Lösung. Wer keine Lust hat, das alles manuell durchzuprobieren: Das Tool BetterBahn (GitHub) automatisiert genau das. Es nutzt den db-vendo-client, um automatisch Teilstrecken-Kombinationen durchzurechnen und die günstigste Variante zu finden.
Internationaler Tipp: Seat 61
Wer nicht nur nach Prag, sondern generell mit dem Zug durch Europa reisen will, sollte sich Seat 61 anschauen. Die Seite ist ein echter Geheimtipp — mit vielen Praxis- und Buchungstipps für viele Verbindungen in Europa.